Bildimpressionen
Head Bild Bürger

Unternavigationspunkte

Sie sind hier: Startseite

Inhalt

Baudenkmalpflege


Zuständigkeit:

Wahrnehmung der Aufgaben der Unteren Denkmalschutzbehörde auf Grundlage des Denkmalschutzgesetzes des Landes Mecklenburg-Vorpommern (DSchG M-V) vom 06.01.1998 GVOBl. Nr. 1/1998 S. 12 ff.

  • Weitere Informationen finden Sie unter: www.kulturportal-mv.de
  • Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmale im Lande Mecklenburg-Vorpommern
    (Denkmalschutzgesetz - DSchG M.V), Stand April 2001  
    Gesetz zum Schutz und zur Pflege der Denkmale im Lande Mecklenburg-Vorpommern [PDF: 491 KB]

Aufgaben und Ziele:


Denkmalschutz und Denkmalpflege müssen wegen ihrer örtlichen Bezogenheit und wegen ihrer herausragenden Bedeutung für die Gestaltung und Entwicklung einer Stadt vorrangig als kommunale Aufgabe angesehen werden. Die Denkmalpflege in den Städten ist der Geschichtlichkeit der Stadt verpflichtet. Ihr Ziel ist es, die historische Bausubstanz und die gewachsene Grundstruktur der Stadt zu erhalten sowie die lokalen geschichtlichen Dimensionen bei der zukünftigen Stadtentwicklung zu veranschaulichen. In der Erforschung, dem Schutz und der Pflege der baulichen Dokumente der Vergangenheit, die einer Stadt ihr unverwechselbares Gesicht geben, liegt die Hauptaufgabe der städtischen Denkmalpflege. Grundvorraussetzung dafür ist eine Bestandsaufnahme der baulichen Substanz.
Eine in die Zukunft gerichtete Stadtentwicklungspolitik ist der vorgegebenen Geschichtslandschaft verpflichtet. Es geht um die Erneuerung der Städte, ohne ihre Unverwechselbarkeit aufzugeben. Es muß gelingen, die Baudenkmäler und die historischen Stadtbereiche sinnvoll in die Entwicklung der Stadt zu integrieren, d.h. ihnen muß eine im Rahmen dieser Gesamtentwicklung tragbare Nutzung unter sozialen und wirtschaftlichen Anforderungen ermöglicht werden. Stadtgrundrisse, Stadt- und Ortsbilder, historische Straßen und Plätze, Stadtteile und Siedlungen müssen geschützt und zugleich in die Lebensbezüge der Gegenwart und Zukunft einbezogen werden.


Das Denkmalschutzgesetz


trägt durch seine Schutz- und Pflegevorschriften zum Erhalt der Denkmale und der ausgewiesenen Denkmalbereiche Altstadt Wismar und Hoben bei. Dieses Ziel ist zu erreichen, wenn das Potential geschlossen erhaltener Altstädte und deren Bau- und Kunstdenkmale neben reizvollen Landschaften verstärkt für eine touristische Entwicklung genutzt werden und wenn es gelingt, die historischen Innenstädte wieder zu attraktiven Lebens-, Wohn-, Handels-, Kultur- und Verwaltungsstandorte zu entwickeln.

Broschüre - Denkmalschuz und Denkmalpflege in Mecklenburg-Vorpommen


Finanzierungshilfen


Denkmalpflegerische Mehraufwendungen, die bei der Sanierung auftreten, können bezuschußt werden, wenn die denkmalpflegerischen Auflagen realisiert wurden. Neben der Bereitstellung der nicht unerheblichen Städtebaufördermittel, die der Sanierungsträger Bau Grund verwaltet, ist ein städtischer Denkmalfonds vorhanden, der von der Abteilung für Denkmalpflege verwaltet und zur Bezuschussung des denkmalpflegerischen Mehraufwandes bei Sanierungen und Restaurierungen eingesetzt wird. Zusätzlich zu den vorgenannten Fördermöglichkeiten sehen auch die Steuergesetze bestimmte Vergünstigungen bei Baudenkmalen vor, deren Gewährung von den steuerrechtlichen Voraussetzungen abhängt; bitte konsultieren Sie dazu Ihren Steuerberater.


Ansicht der Straßenfassade



Strassenfassade vor Sanierung
© Foto Abt. Denkmalpflege 

Strassenfassade nach der Sanierung
© Foto Abt. Denkmalpflege 

vor der Sanierung nach der Sanierung

Stellvertretend für die zahlreichen Baudenkmale in unserer Stadt stellen wir Ihnen hier ein traufständiges Wohnhaus in der Nähe der Georgenkirche vor; es trägt die postalische Adresse Bliedenstraße 34.
Der zweigeschossige Putzbau von fünf Achsen unter einem Satteldach wurde um 1820/ 30 errichtet und ist durch die Formensprache des Klassizismus geprägt. Die schlichte Fassadengestaltung erhält eine wirkungsvolle Akzentuierung durch das mittige Portal mit seiner aufwendig gestalteten Verdachung und der reich dekorierten zweiflügligen Haustür.
Die meisten Baudenkmale wurden bis 1990 bewohnt bzw. genutzt, aber Bauerhaltungsmaßnahmen bzw. Sanierungen wurden nur partiell durchgeführt. 1999 wurde das Haus veräussert und bis September 2000 wurde das Baudenkmal mit Hilfe von Städtebaufördermitteln saniert.


Einblick in das Denkmal während der Sanierung


 
Denkmal während der Sanierung
© Foto Abt. Denkmalpflege 
Kaum ein Gebäude bzw. Denkmal ist bau- und kunstgeschichtlich nur einer Stilepoche zuzuordnen.
Die Gebäude hatten meist Vorgängerbauten, von denen in vielen Fällen Keller, Brandwände (gemeinsame massive Wand zwischen zwei Gebäuden), Dachstühle, bemalte Decken etc. erhalten sind.
Im Haus Bliedenstraße 34 wurde während der Sanierung in einem Wohnraum des ersten Obergeschosses spätmittelalterliche Nischen einer solchen Brandwand freigelegt. Sie sind in die Wohnraumgestaltung einbezogen worden.
Treppe
© Foto Abt. Denkmalpflege 
Die weiteren Ausstattungsteile des Denkmals sind ansonsten überwiegend klassizistisch geprägt. So sind zahlreiche Füllungsinnentüren, kassettierte Wandpaneele und Deckendekorationen bis heute überliefert, die handwerklich repariert wurden und auf der Grundlage restauratorischer Befunde auch ihre ursprüngliche Farbfassung wieder erhielten. Das Kernstück der Innenausstattung bildet die Treppenanlage, deren klar und einfach gestaltetes Stabgeländer den Blickfang bildet.