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Musikliebhabern ist das 1249 gegründete Heiligen-Geist-Hospital ein Begriff für brillanten Musikgenuss. Findet doch alljährlich das Eröffnungskonzert der Festspiele Mecklenburg-Vorpommern statt.
“Sanctus Spiritus“ wurde 1255 erstmalig urkundlich erwähnt und hatte bereits zu dieser Zeit einen eigenen Friedhof und die Berechtigung eigene Gottesdienste abzuhalten.
Die Kirche - ein Ensemble, bestehend aus Spitalkirche und Wohntrakt -  hat sich in seiner mittelalterlichen Gestalt erhalten und bildet gemeinsam mit dem malerischen Innenhof, dem ehemaligen Friedhof, eine bauliche Geschlossenheit.

Der schöne Innenhof wird häufig als Fotomotiv von frisch verheirateten Paaren genutzt, aber auch Touristen lassen sich nach einem ausgiebigen Stadtbummeln zum Erholen hier gern nieder.

Das heutige rechteckige gotische Kirchengebäude entstand ab etwa 1320. In seiner Ost- und Nordwand finden sich heute noch einige aussagekräftige Teile des Ursprungbaus, wie insbesondere das Rücksprungportal und den darüber liegenden Teil eines Rundbogenfrieses an der Wand zum Innenhof. Der chorlose Kirchenraum war ursprünglich mit einem hölzernen Tonnengewölbe versehen, erst in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts wurde die niedrige Balkendecke mit barocker Malerei eingezogen. In dieser Zeit entstanden auch der heutige Westgiebel sowie die kräftigen Strebepfeiler, die neben dem hohen Dach die Südfassade des Kirchengebäude prägen.

Von besonderem bau- und kulturhistorischen Interesse ist die 1371 nahe dem Hauptaltar an die Nordwand der Kirche angebaute Kapelle. Gekennzeichnet durch das von außen zugängliche Kellergeschoss, stellt der Bau eines der ganz wenigen überkommenden Beispiele des im Mittelalter verbreiteten Typus der sogenannten Beinhauskapelle dar, die zur Aufbewahrung der Gebeine dienste, die bei der Räumung und Neubelegung der Gräber auf dem Friedhof anfielen. Das sogenannte Lange Haus, spätestens in den 1360er-Jahren im rechten Winkel an das Kirchengebäude angefügt, diente der Unterbringung Alter und Kranker und war ursprünglich zum Kirchenraum offen. In der südlichen Hälfte blieb die nach der Reformation geschaffene Raumsituation mit den beiderseits eines Mittelganges liegenden Wohnungen erhalten. Der Fachwerkanbau am Nordgiebel des Langen Hauses entstand ebenso wie die Toranlage zur Neustadt und er Hofbrunnen 1908 , als in dem auf dem Innenhof gelegenen Gebäude der heutigen Musikschule die Ingenieur-Akademie gegründet wurde.

Von der Innenausstattung sind insbesondere bemerkenswert die im Osten der Südwand aufgebrachte Freskomalerei eines Buchstabenrätsels, das aus dem frühen 14. Jahrhundert, der Erbauungszeit der Kirche, stammt und die zahlreichen, mit Jahreszahlen aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts sowie mit Wappen, Hausmarken und Ämterzeichen versehenen Gestühlswangen aus Eichenholz.

Der Komplex des ehemaligen Heiligen-Geist-Hospitals, 1249 gegründet, wurde auf der früheren Grenze zwischen Alt- und Neustadt errichtet. Die rechteckige gotische Saalkirche in ihrer heutigen Gestalt entstand ab 1320 unter Einbeziehung einiger Teile aus dem Vorgängerbau. Das so genannte Lange Haus, das in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts im rechten Winkel angefügt wurde, diente der Unterbringung Alter und Kranker und war ursprünglich zum Kirchenraum offen. Das schlichte Äußere der Kirche erfuhr im 17. Jahrhundert durch Aufsetzen eines Dachreiters und Anfügen von Strebepfeilern, die konstruktiv notwendig wurden, eine nochmalige Veränderung. Der chorlose Innenraum war ursprünglich mit einem hölzernen Tonnengewölbe versehen; erst in der 2. Hälfte des 17. Jh. wurde die niedrige Balkendecke mit der Malerei eingezogen. Die barocke Deckenmalerei zeigt in von Akanthusrankenwerk umgebenen Medaillons alttestamentarische Szenen.

Anstelle des mittelalterlichen Flügelschreins, der aus Bildschnitzereien und Malereien bestand, zeigt das gegenwärtige dreiteilige Altarbild in der Mitte eine Kopie des Rembrandtschen Gemäldes von der Kreuzabnahme Christi.

Auch Kunstwerke aus den zerstörten Kirchen St. Marien und St. Georgen haben in der Heiligen-Geist-Kirche Aufnahme gefunden. Die zusammengestellten Glasmalereien aus den Obergadenfenstern der Marienkirche sind die bedeutendsten von ihnen.

Bei der von 1964 bis 1978 erfolgten durchgreifenden Restaurierung und Rekonstruktion der gesamten Spitalanlage konnten an den Längswänden der Kirche mittelalterliche Wandmalereien freigelegt werden: an der Südwand ein magisches Buchstabenfeld „DEO GRATIAS“ und an der Nordwand Bildfragmente der Legende: „Drei Lebende – drei Tote“. Im Langhaus entstanden moderne Wohn- und Gemeinderäume.



Quellen:


  • Welterbeantrag der historischen Altstädte Stralsund und Wismar
  • Broschüre „Historische Bauten in Wismar“
  • Christel Kindler „Wismar und seine Kirchen"

18.04.2006 
Quelle: Petra Steffan