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Der Marktplatz zu Wismar, Seine Buden und Häuser


Quelle: Wismarer Beiträge 1+2, Matthias Schubert "Der Marktplatz zu Wismar, Seine Buden und Häuser", Fotos: Stadtarchiv Wismar

Für viele Touristen ist der Marktplatz mit seinem Ensemble von historischen Bauten oft die erste Station in Wismar. Von hier aus erkunden sie unsere schöne alte Hansestadt. Auch im Focus von Fotografen  wurde der Markt als  beliebtes Motiv auf Postkarten in alle Welt verschickt. Seit vielen Jahrhunderten ist der Markt Mittelpunkt in unserer Stadt. Die Pflastersteine könnten sicherlich viele Begebenheiten erzählen. Ist doch vieles geschehen während der vergangenen Jahrhunderte. Hinrichtungen, Rittertourniere, Volkfeste und Marktage - der Marktplatz wurde von jeher als Treff- und Mittelpunkt gesehen. Und das gilt auch heute noch.


Einer der größten in Norddeutschland


Mit seinen 10.000 Quadratmetern ist der Wismarer Marktplatz einer der größten in Norddeutschland. Umrahmt wird der Mark von einer Reihe verschiedener Baudenkmale. Auf der Nordseite des Marktplatzes befindet sich das Rathaus, das nach dem Einsturz des linken Flügels im Jahre 1807 nach den Plänen des Hof- und Landbaumeisters Johann Georg Barca im klassizistischen Stil in der Zeit von 1817 und 1819  wieder aufgebaut worden ist. Weiterhin umrahmen Gebäude wie  "Alten Schweden" oder das alte "Stadthaus" das Ensemble. Als absoluter Touristenmagnet erweist sich die Wasserkunst, die dem Marktplatz ein wenig die Sachlichkeit nimmt und das Ganze auflockert.

Schauplatz der Stadtgeschichte


Bereis im Jahr 1979 wurde der Marktplatz auf die Liste der "Denkmale von besonderer nationaler und internationaler Bedeutung" gesetzt. Der Marktplatz ist schon seit der Gründung der Stadt Wismar das ökonomische Zentrum und der städtebauliche Mittelpunkt der Stadt. Zuerst wurde dieser als Handelsplatz genutzt. Produkte des landwirtschaftlichen Handels, vor allem Getreide und Vieh, auch das aus Lüneburg herbeigeschaffte Salz sowie Erzeugnisse des Handwerks für den Gebrauch der Einwohner und für den Fernhandel wurden auf ihm veräußert.

Zugleich war der Marktplatz Versammlungsort für Einwohner bei Festen und Feiern wie auch zu Zeiten der Gefahr. So wurde er zum Schauplatz der Stadtgeschichte. Im Mittelalter wurden auf dem Marktplatz Gesetze und Verordnungen des Rates, die sogenannten "Bürgersprachen", vor dem Volk verlesen, hier wurden Beschuldigte an den Pranger gestellt und über Straffällige Recht gesprochen. Daran erinnert auch heute noch die in das Pflaster auf dem Markt eingelassene Schrifttafel an der Stelle, wo während des Aufstandes der Handwerker im Jahre 1427 der patrizische Rat für abgesetzt erklärt und zwei Mitglieder des Rates, Bürgermeister Johann Bantzekow und der Ratsherr Hinrik van Haren, unter der Anklage des Verrates an der Stadt enthauptet wurden.



In der Mitte des 13. Jahrhunderts wurde Wismar ein einflussreiches Mitglied des Bundes der wendischen Hansestädte. So beherrschten auf den zwischen 1310 und 1628 einberufenen Hansetagen Abgesandte aller Hansestädte das Straßenbild in Wismar. Den feudalen Landesherren war das Streben nach Unabhängigkeit des Städtebürgertums ein Dorn im Auge. So veranstalteten sie als Demonstrations ihrer Macht in Wismar große Fürstenversammlungen und dazugehörige Spiele, wie z.B. fürstliche Reiterspiele.


Der Markt muss zu dieser Zeit schon gepflastert gewesen sein, denn in alten Aufzeichnungen ist zu lesen: "...das Wismarsche Marck ist ganz aufgebrochen und mit einigen 100 Fudern Sand bedecket gewesen, damit man desto besser tournieren könnte...". Zu einem großen  Volkfest in der Stadt gestalteten sich auch u.a. die Aufführungen des 1446 von Peter Kalf verfassten "Redentiner Osterspiels".
Auch heute noch wird auf dem Marktplatz kräftig Feste gefeiert und Markttage abgehalten. Erinnern wir uns an die Schwedenfeste oder an die "NDR-Sommertour".  Tausende bevölkerten die Straßen und den Markt,  um mit dabei zu sein.





15.12.1996 
Quelle: Wismarer Beiträge Heft 1 + 2