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Im Jahre 1888  beschloss der Rat der Stadt  Wismar eine städtische mittlere Mädchenschule zu errichten. Der Bau begann1900, also 2 Jahre später. Es standen 12 Klassenzimmer zu Verfügung. 1891 nahmen 657 Schülerinnen den Unterricht auf. Durch Renovierungsmaßnahmen des Knabenlyzeums konnten die Mädchen erst Ostern 1892 ihr neues Schulgebäude in Besitz nehmen. Mit dem Beginn der Schulnutzung wurden auch Freistellen für verarmte Schülerinnen angeboten; diese wurden aber selten bewilligt.

Umbenennung der Mädchenbürgerschule


In der Periode von 1910 - 1930 konnten noch mehr Schülerinnen begrüßt werden. Jetzt gab es auch zweizügige Klassenstufen. Es sollten Änderungen bzw. Neuerungen vorgenommen werden, wie die Erbauung einer Turnhalle, aufsetzen eines dritten Stockwerkes und dem Ausbau des Dachbodens, doch leider waren diese Wünsche nicht erschwinglich.

1932 wurde erstmals, erreicht durch den evangelischen Frauenverein, eine Küche im Keller errichtet. Die Fertigstellung und der Einzug waren jedoch erst 1933. In diesem Jahr begann die Machtergreifung Hitlers. Durch einen Antrag erbaten die Schülerinnen der 1. und 2. Klasse die Umbenennung der Mädchen-Bürgerschule in die "Adolf-Hitler-Schule". Am 4. April 1933 wurde dem Antrag stattgegeben.

In den folgenden Jahren wurden verschiedene Reparaturen vorgenommen; es wurden neue Fenster eingesetzt, und endlich auch ein Heizkessel aufgestellt. Zwei Jahre später wurde außerdem ein Ruheraum mit Liegen für die Mädchen eingerichtet.
Der Turnunterricht fand bei gutem Wetter auf dem Schulhof statt; bei schlechtem Wetter in der Turnplatzschule. Der dort amtierende Hausmeister war von dieser Regelung nicht begeistert. Er verschloss die WC, verbot den Aufenthalt auf dem Schulgelände und eines Tages übergoss er die Mädchen mit einem Eimer Wasser. Die Lehrerin legte Beschwerde ein, woraufhin der Hausmeister eine Verwarnung erhielt.

1939 wurde der  Hauswirtschaftsunterricht eingeführt. Da es aber zu wenig Räumlichkeiten gab, wurde im Forsthaus in Wisch ein Schullandheim für die Wismarer Schulen eingerichtet.
Es war monatlich ein Schulgeld von 7.50 RM zu entrichten. Nach 1945 war es wichtig, neue Schulmöbel und Unterrichts - sowie Lehrmaterialien zu beschaffen.



Demokratisierung der Schulen


Am 1. September 1946 trat in Mecklenburg - Vorpommern das Gesetz zur Demokratisierung der Schulen in Kraft. Danach hatten alle Kinder, unabhängig vom sozialen Stand, das gleiche Recht auf Bildung.

Am 15. Oktober 1948 beschloss die Stadtverordnetenversammlung die Umbenennung der "Adolf-Hitler-Schule" in die "Fritz-Reuter-Schule".

Fritz Reuter war ein niederdeutscher Schriftsteller. Er wurde am 7. November 1810 in Stavenhagen geboren und starb am 12. Juli 1874 in Eisenach. Bekannt geworden ist er mit plattdeutschen Scherzgedichten "Läuschen und Rimels" (1853-1858 )und Erzählungen "Kein Hüsung" (1858) und "Hanne Nüte"(1860). Vor allem mit seinen realistisch-humorvollen Prosaromanen hat er weite Kreise für die plattdeutsche Literatur gewonnen.

Um 1950 gab es nur weibliches Personal, einschließlich der Schulleiterin, an der Schule. Erst 1953 werden aus den reinen Mädchenklassen gemischte Klassen. Die heutigen Einrichtungen an Schulen sind mit damals nicht zu vergleichen.
Geschrieben wurde auf Schiefertafeln, 4 - 5 Schülerinnen mussten sich eine Fibel teilen; im Winter gab es wegen mangelnder Heizungsanlagen oft Schulausfall. Außerdem gab es kaum Sport- und Kunstunterricht.
Die Schülerzahlen waren enorm. Es gab 25 Klassen, darunter 6 Oberschulklassen. Die vorübergehende Unterbringung der Oberschulklassen bereitete räumliche Probleme; so wollte man den Dachboden ausbauen, was aber nicht genehmigt wurde.



Einführung des polytechnischen Unterrichts


Der polytechnische Unterricht wurde in den Jahren 1958 und 1959 eingeführt. Wegen der Gefährlichkeit des Einflusses durch den Westfunk führte der damalige Schuldirektor, Herr Knüppel, 1961 eine straffe Disziplin und Ordnung ein. Die Zahl der Oberstufenklassen vergrößerte sich bis 1962 um mehr als das Doppelte.

1967 übernahm Herr Joachim Ritter die "Fritz-Reuter-Oberschule". Unter seiner Leitung wurden mehrere Veränderungen durchgeführt, wie Sportfeste für alle Schüler, welche dann auch Pflicht waren. Dies alles führte zu Erfolgen im schulischen und gesellschaftlichen Bereich.



Aufstellung des Fritz Reuter -Denkmals


Im Jahr 1988 wurde ein Fritz-Reuter-Denkmal vor dieser Schule aufgestellt.
Mit dem Mauerfall kamen einige Veränderungen, doch nicht alle Träume und Wünsche gingen in Erfüllung. Die Schüler der 1. Klasse bekamen nun keine Zeugnisse mit Benotung mehr; neue Schulreformen wurden übernommen und eingeführt. Die erste grundlegende Schulreform seit 40 Jahren brachte das Ende der polytechnischen Oberschulen. Wie in den alten Bundesländern gab es nun auch in den neuen Bundesländern Grund-, Haupt- und Realschulen sowie Gymnasien.

1991 wurde die "Fritz-Reuter-Schule" zur Grundschule mit Integrationsklassen und war somit die erste in Mecklenburg- Vorpommern.
Der Unterricht wird individuell gestaltet; es gibt Förderkurse und ab der 3. Klasse Englisch sowie Plattdeutschunterricht, welcher als Begegnungsunterricht bezeichnet wird. Es nehmen konstant 20 Kinder an diesem Unterricht teil.
Die Schulplätze an der "Fritz- Reuter- Grundschule" sind sehr begehrt. Eltern bevorzugen es, ihre Sprößlinge hier einzuschulen.
Den Schülern wird schon ab der 1. Klasse Stoff über den Namensträger ihrer Schule vermittelt.



Das Jahr 2002


In der Woche vom 26. - 29. Juni findet eine Festwoche statt. In dieser Zeit gibt es einen zentralen Wandertag in das landeskundliche Museum in Schwerin. Der Donnerstag und Freitag wird als Projekttag zum Schulgeburtstag genutzt. In dieser Zeit wird eine Ausstellung zu dem Namensträger Fritz Reuter vorbereitet. Am Sonnabend wird dann ein großes Familienfest veranstaltet.

Diese Seite wurde von Catharina Hake und Annemarie Scheel während ihres Praktikums in der Pressestelle der Hansestadt Wismar recherchiert und gestaltet


08.06.2002 
Quelle: Stadtanzeiger