Bildimpressionen
Head Bild Bürger

Unternavigationspunkte

Sie sind hier: Startseite

Inhalt

14. / 15. April - durch Luftangriffe werden St. Marien, St. Georgen und die Alte Schule sowieweitere wertvolle Gebäude im gotischen Viertel zerstört




Der deutsche Faschismus entfesselte mit dem Überfall auf Polen am 1. September 1939 den zweiten Weltkrieg, einen Krieg, der in seiner Ausdehnung und der Erbitterung des Kampfes in der Vergangenheit nicht seinesgleichen kannte.

Dieser Krieg forderte mit dem Tod von über 50 Millionen Menschen die höchsten Blutopfer und verursachten die größten materiellen Schäden. Hunderte  von Städten und tausende von Dörfern wurden zerstört.

Auch in Mecklenburg wurden durch Luftangriffe und Kampfhandlungen im zweiten Weltkrieg zahlreiche Städte zerstört. Im Mai 1945 stießen östlich von Schwerin amerikanische und sowjetische Truppen aufeinander. Westmecklenburg mit Schwerin und Wismar stand bis 1945 unter amerikanisch-englischer Besatzungshoheit.



Historischen Denkmalen und Schätzen der Weltkultur wurden gewaltige Schäden zugefügt. Auch an Wismar ging dieser Krieg nicht spurlos vorüber. Heute, nach einem halben Jahrhundert, stoßen wir noch immer auf  Spuren der Ereignisse jener Zeit. Die Ruine von St. Georgen ist wohl ein Beispiel dafür.

Aufmerksame Betrachter werden auch noch zahlreichen Stellen in unserer Stadt bemerken können, wo einst Gebäude standen, die durch die Luftangriffe der englischen und amerikanischen Bomber zerstört wurden. Bereits wenige Monate nach Ausbruch des zweiten Weltkrieges, am 8. Juni 1940 in der Nacht um 1.30 Uhr, schreckten Sirenen die 35.000 Bewohner der Stadt aus ihrem Schlaf. Es war für die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung kaum vorstellbar, dass trotz der laufenden Erfolgsmeldungen des Oberkommandos der Wehrmacht an allen Fronten deutsche Städte zu Zielen der Luftangriffe der britischen Luftwaffe wurden. Der Fliegeralarm vom 8. Juni sollte nur ein Alarm bleiben.

Auch in den folgenden Nächten mussten die Luftschutzkeller aufgesucht werden. Die erste Bombardierung Wismars erfolgte am 24. Juni 1940. Es lag in der Absicht des britischen Oberkommandos leicht ortbare Industrie- und Hafenanlagen aus der Luft anzugreifen, um die Rüstungsindustrie zu stören, Schäden an der Infrastruktur anzurichten und die Kriegsmoral der deutschen Bevölkerung zu erschüttern.


Der 12. und letzte Luftangriff war am 14. / 15. April 1945


Der letzte Fliegerangriff auf Wismar fand1945 in der Nacht vom 14. zum 15. April  statt, bei dem etwa 3 bis 5 Lufttorpedos den historischen Kern der Stadt trafen und wertvolle Kultur- und Kunstdenkmale völlig zerstörten oder stark beschädigten. Sowohl die St.-Marien-Kirche als auch die St.-Georgen-Kirche wurden zu Ruinen und das um 1450 erbaute Archidiakonat (1963 mit staatlichen Mitteln wieder aufgebaut), die Kapelle Maria zu Weiden, die Alte Schule, der Gefangenenturm und einzelne Wohnhäuser zerstört.

In diesen letzten Kriegstagen erfolgte durch die Stadtverwaltung keine Schadensermittlung mehr, denn die führenden Faschisten der Stadt bereiteten sich darauf vor, sich ihrer Mitverantwortung für den Krieg zu entziehen. Mit dem Einmarsch englisch-kanadischer Truppen und der Übergabe der Stadt durch den damaligen Oberbürgermeister Alfred Pleuger am 2. Mai 1945 war für Wismar der zweite Weltkrieg beendet. Die 12 Bombardements hinterließen in der Stadt tiefe Wunden.

Bei den Luftangriffen verloren 314 Menschen ihr Leben. Neben den Schäden an den historischen Baudenkmalen lagen am Ende des Krieges 344 Wohnhäuser in Trümmern, 531 Gebäude waren schwer und weitere 1025 leicht beschädigt. 3165 Wohnungen – über 26 Prozent – existierten nicht mehr. Dabei hatte die Bevölkerung bis 1945 durch die nicht enden wollenden Trecks aus den östlichen Provinzen, die fast täglich die Stadt erreichten, erheblich zugenommen.

Quelle:Wismarer Beiträge Peter Neichel -Luftangriffe auf Wismar“
Fotos: Stadtarchiv








03.04.2004 
Quelle: Stadtanzeiger 06/04