Bildimpressionen
Head Bild Bürger

Unternavigationspunkte

Sie sind hier: Startseite

Inhalt

Historisches Erbe und neue Herausforderungen


Das historische Erbe der Hansestadt Wismar konkretisiert sich neben herausragenden Bauwerken, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Traditionen vor allem in der archivarischen Überlieferung an Urkunden, Akten, Karten, Bildern, Tonträgern, Plänen und neuartigen Unterlagen aus digitalen Systemen. „Nicht eine Ansammlung städtischer und nichtstädtischer Dokumente allgemeiner und besonderer Art, sondern ein jahrhundertelanges Flüstern, stummer Dialog, ein lebendes Ding – eine Schatzkammer voller Geheimnisse“.

In ihrer Gesamtheit bestimmen die Bestände im Archiv der Hansestadt Wismar das unverwechselbare kulturelle Erscheinungsbild der Kommune und schaffen die Grundlage, dass sich die Bürger mit ihr identifizieren und sie zu der ihren machen können. Je intensiver die Beziehung zum eigenen Wohnort ist, desto größer wird die Bereitschaft sein, zum gemeinschaftlichen, solidarischen Handeln beizutragen.
Das Stadtarchiv ist nicht nur Archiv der Verwaltung, sondern es versteht sich als zentrales Archiv der ganzen Hansestadt Wismar. Die Bestände sind kein Datenfriedhof sondern die Basis dessen, was in der Zukunft über die Gegenwart gesagt wird.

Die Verantwortung für die Quellen und deren genauen Kenntnis sowie aber auch die Einhaltung der daten- und personenschutzrechtlichen Belange machen das Kommunalarchiv zu einem Koordinations- und Informationszentrum für Verwaltung, Bürgerschaft und Forschung.
Ständige Herausforderung des Stadtarchivs bleibt es, die Präsentation ihres Angebots für Bürger, Verwaltung und Wissenschaft zu verbessern. Dazu gehört z.B. die Möglichkeiten der neuen Medien (Internet u.a.) wirksam einzusetzen. In gleicher Weise gilt es, der wachsenden Aktenflut und der fortschreitenden Einführung moderner Informationstechnologien in der Verwaltung durch eine sachgerechte Archivierung zu entsprechen.


Historische Bildungsarbeit


Historische Bildungsarbeit ist ein integraler Bestandteil der Aufgaben des Stadtarchivs.
Die Erforschung und Vermittlung von lokalgeschichtlichen Inhalten  aus Archivgut wirkt identitätsstiftend.  Sie stärkt Demokratie und Demokratieverständnis durch Offenlegung von historischen Fakten und Entscheidungsprozessen in Gesellschaft und Verwaltung.
Ein Stadtarchiv ist im Netzwerk kommunaler Bildungsarbeit unverzichtbar. Ohne das Archiv als Gedächtnis der Kommune gibt es keine Vermittlung der Geschichte.
Die Nutzung der Bestände des Kommunalarchivs könnte für Bildungseinrichtungen von besonderer Bedeutung sein. Historische Bildungsarbeit ist für alle Bevölkerungsgruppen und Altersschichten gedacht. Im Stadtarchiv kann man die Aura der Originale erleben. Der „Lernort Archiv“ und die Arbeit mit Archivalien sollte durch die Schulen, insbesondere im Geschichtsunterricht berücksichtigt werden. Dabei ist zu beachten, dass historische Bildungsarbeit vor allem projektorientiert durchgeführt wird. Projektarbeit bedeutet aber auch selbständiges und qualifiziertes Arbeiten.

Projektleiter haben somit eine wichtige Aufgabe zu erfüllen, um Schülern oder Studenten mit den Besonderheiten und Schwierigkeiten von Archivarbeit vertraut zu machen. Wichtig ist dabei, den eigenen Kenntnisstand über die Arbeitsweise des vorhandenen kommunalen Archivs zu erweitern. Welche Möglichkeiten bietet das Archiv, wie ist die Arbeit mit den Quellen, insbesondere mit nicht leicht lesbaren Handschriften zu gestalten. Welche rechtlichen Bestimmungen müssen eingehalten werden usw.
Nur gut vorbereitete Projektleiter sind in der Lage, Schüler für die Arbeit im Archiv zu motivieren und ihnen Erfolgserlebnisse bei der Recherche zu verschaffen.


Das Projekt „Stolpersteine“ in der Hansestadt Wismar


Das Archiv der Hansestadt Wismar begleitet seit Ende des Jahres 2007 das Projekt „Stolpersteine“. Ein Projekt des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums, das sich der Erforschung der Schicksale von Opfern der Gewaltherrschaft zwischen 1933 und 1945 widmet.
Nach einer gründlichen Einweisung in die Arbeit des Stadtarchivs begannen am 10. Januar 2008 15 Schüler mit der Forschung. Gut betreut von den Mitarbeitern des Stadtarchivs waren wöchentlich Schüler im Archiv anwesend und spürten immer mehr Informationen über die einzelnen Opfer auf. Parallel fand eine Betreuung durch den Regionalforscher Frank Bersch statt,  der unter anderem im Archiv das Schicksal der Zeugen Jehovas erforschte und darüber bereits mehrfach publiziert hatte. So war es möglich, den Kenntnisstand über neun ehemalige Wismarer zu erweitern, so dass ihnen ein Stolperstein gewidmet werden konnte. Dabei zahlten sich Ergebnisse aus, die bereits von Falk Bersch und von den Mitarbeitern des Archivs recherchiert wurden. Aber auch regional archivspezifische Grenzen wurden deutlich und machte Anfragen bei anderen Institutionen notwendig. Auch zeigte sich an Beispielen, dass eine gründliche Recherche notwendig ist, um wirklich nur Opfern einen Gedenkstein zu setzen.
Die gute Zusammenarbeit mit den Schülern rechtfertigte am 8. Mai 2008 eine Präsentation des erreichten Forschungsstandes im Zeughaus sowie die Verlegung von neun „Stolpersteinen“ in der Hansestadt Wismar am 15. Juli durch den Künstler Gunter Demning.
 
Im Herbst 2008 sollte eine neue Gruppe das Schülerprojekt des Gerhart-Hauptmann-Gymnasiums fortsetzen.
Leider zeigte sich bald in der Arbeit mit der neuen Gruppe, dass gute Ergebnisse, wie sie im Sommer 2008 durch kontinuierliche Arbeit erreicht wurden, nicht leicht zu wiederholen sind.
Nur vereinzelt nutzten die Schüler die Angebote des Stadtarchivs, um die verborgenen Informationen sichtbar zu machen und die Schicksale von weiteren Opfern zu erforschen.
Die bereits genannten Voraussetzungen an Projektarbeit insbesondere aber an den Projektleiter stehen hier exemplarisch. 
Ein wichtiger Grundsatz sollte dabei immer beachtet werden, „Archivgut will gefragt werden, es drängt seine Informationen nicht auf“. 

Gerd Giese, Stadtarchivar


Das Archiv der Hansestadt Wismar


steht weiter forschungswilligen Schülern, Studenten sowie allen anderen Bürgern zur Verfügung.
Gern unterstützen die Mitarbeiter die Benutzer bei ihrer Arbeit und betreuen Schüler bei ihrer Forschungen im Archiv.  
 
Archiv der Hansestadt Wismar
Besucheranschrift: Gerberstraße 9a (Hofeinfahrt)
Postanschrift: Altwismarstraße 7-17
23966 Wismar Adresse über Google Maps anzeigen

Telefon 03841 251-4080
Fax 03841 251-4082
Symbol E-Mail stadtarchiv@wismar.de
Visitenkarte ins Adressbuch exportieren Visitenkarte exportieren










09.05.2009 
Quelle: Stadtanzeiger 08/2009