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Stolpersteine mit Nazi-Platten überklebt


Kripo ermittelt wegen Volksverhetzung. Projektgruppe bereitet vier weitere Messing-Gedenktafeln für Opfer des NS-Regimes vor.

Unbekannte Täter haben sieben der sogenannten 13 Stolpersteine des Künstlers Gunter Demnig geschändet. Die kleinen Gedenktafel aus Messing erinnern an Verfolgtee des NS-Regimes. Die Platten wurden in die Gehwege vor den Wohnhäusern eingelassen, in denen die Opfer zuletzt gelebt haben. Auf ihnen ist der Name, das Geburts- und Sterbejahr des Bewohners zu lesen. In der Nacht zu Sonnabend wurden die Stolpersteine mit Tafeln überklebt, die eingestanzten Geburts- und Todesdaten von Ritterkreuzträgern und SS-Schärgen zeigen. Diese eisernen Tafeln wurden von den Stolpersteinen sehr exakt nachgearbeitet.

Entsetzen am Sonnabend am Treffpunkt Fürstenhof. Petra Steffan und Gerd Giese beginnen dort an diesem Morgen ihren "Etwas anderen Stadtrundgang" zu den Stolpersteinen im Rahmen der Interkulturellen Woche. Trotz strömenden Regens haben sich 25 Interessenten eingefunden, die mehr über das europaweite Kunstprojekt und sein Anliegen erfahren möchten. Die beiden Projekt-Initiatoren und Stadtführer informieren zunächst die Polizei und erstatten Anzeige. Das Kriminalkommissariat Wismar ermittelt wegen Volksverhetzung.

Der Stadtrundgang findet trotzdem statt. "Jetzt erst Recht", sagt Petra Steffan. "Diese Aktion zeigt, wie wichtig es ist, dass wir unsere Arbeit fortführen. Im August kommenden Jahres werden wir vier weitere Stolpersteine verlegen." Während des Rundgangs macht der 32-jährige aus Wismar den Vorschlag, nach den Ermittlungsarbeiten der Polizei die Nazi-Platten als Schrott abzugeben und von dem Erlös einen weiteren Stolperstein zu finanzieren. "Wir werden diesem Blödsinn etwas Gescheites entgegensetzen", sagt der junge Familienvater. Auch Erika Skultety (72) ist betroffen und wütend. "Was geht in diesen Köpfen vor?" fragt sie. Petra Steffan "Der Fokus ist gesetzt. Wir werden weiterhin Stärke beweisen und hoffen auf noch mehr Unterstützung aus der breiten Bevölkerung."

Ina Schwarz 





Autor: Petra Steffan, 24.09.2012 
Quelle: Ostsee-Zeitung