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Archidiakonat
© Presse, Hansestadt Wismar 
Nachdem im Januar dieses Jahres die Sanierung des Gebäudeinneren begonnen hat, konnten nach Ostern die Instandsetzungsarbeiten an der reich gegliederten West- und Nordfassade in Angriff genommen werden.
 
Nach der Einrüstung der Fassaden ist bei genauer Begutachtung durch die Fachleute festgestellt worden, dass das bis dahin allgemein aus der Distanz relativ intakt erscheinende Backsteinmauerwerk im Detail doch so gravierende Schäden aufweist , dass die bestehende Planung, die den Schwerpunkt auf den Innenausbau des Hauses legte, bezüglich der Außenhaut konkretisierend überarbeitet werden musste. Daraus ergaben sich für die denkmalgerechte und substanzerhaltende Instandsetzung eine Reihe von restauratorischen Voruntersuchungen und labortechnischen Materialprüfungen, die nun beendet sind. 

Das nach neuesten Erkenntnissen aus dem frühen 15. Jahrhundert stammende Gebäude, neben der wiederaufgebauten St. Georgen-Kirche und dem Marienkirchturm in seiner äußeren Erscheinung das einzige erhaltene Baudenkmal des einstigen gotischen Viertels, wurde nachweislich bereits in den 1870er Jahren, dann nach dem 2. Weltkrieg und zuletzt in den Jahren 1962/63 infolge der Sprengung der Marienkirche umfassend saniert.
 
Die jüngste Auseinandersetzung mit diesen verschiedenen Bauperioden hat nicht nur gezeigt, dass in der Vergangenheit große Bereiche im Sinne einer Rekonstruktion erneuert worden sind, sondern auch, wo sich diese Bereiche befinden und dass erfreulicherweise ein ganz erheblicher Teil des mittelalterlichen Mauerwerkes mit ursprünglichem Fugenbild und Farbresten erhalten geblieben ist.

Hinausreichend über bautechnische und baugeschichtliche Fragestellungen, die sich bei Eingriffen in ein derart zeugnisreiches Baudenkmal ergeben, musste angesichts der verfügbaren finanziellen Mittel ein angemessenes Konzept entwickelt werden, dass einerseits den Aufwand einer substanzerhaltenden restauratorischen Behandlung der mittelalterlichen Bereiche, insbesondere der fragilen Formsteindekorationen, rechtfertigt und sicherstellt und andererseits die sorgfältige, materialgerechte, handwerkliche Reparaturarbeit einschließt. Dabei geht es nicht darum, das Gebäude in „neuem Glanz“ erstrahlen zu lassen, sondern in erster Linie um eine Minimierung der Witterungsanfälligkeit des porösen, reich geschmückten Backsteinmauerwerkes für die nächsten Jahrzehnte.

Nach Auskunft von Herrn Gauer, Baubeauftragter der Kirchenkreisverwaltung des Kirchenkreises Wismar, konnte die Sanierung und Umnutzung des Archidiakonates nur begonnen werden, weil die Hansestadt Wismar einen erheblichen finanziellen Beitrag aus Städtebaufördermitteln bereit gestellt hat. 
 
Wann die Restaurierung und Instandsetzung der Fassaden abgeschlossen sein wird, kann zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht genau bestimmt werden. Verbindlich ist aber schon, dass in der 2. Jahreshälfte der Landessuperintendent seine Diensträume im 1. Obergeschoss beziehen kann und im Erdgeschoss eine Beratungs- und Begegnungsstätte für Kinder und Jugendliche eingerichtet wird.  

Christiane Bens, Bauordnungs- und Denkmalamt Wismar
















23.05.2009 
Quelle: Stadtanzeiger 09/2009