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Wismarer Persönlichkeiten


Quelle: "Wer war wer in Mecklenburg-Vorpommern?", Autor: Grewolls, Grete, Bremen, Edition TEMMEN 1995
Weitere ausführlichere Informationen erhalten Sie beim Stadtarchiv der Hansestadt Wismar.


Bade, Wilhelm


Kapitän, Nordpolarfahrer
geboren am 20.02.1843 in Hohen-Wieschendorf, gestorben am 27.07.1903 in Rostock,
Vater: Rittergutsbesitzer

Entdeckte Spitzbergen als Reiseland:

  • 1869/ 70 Teilnahme an der 2. Deutschen Nordpolarexpedition nach Spitzbergen
  • 1892/93-1903 Organisation mehrerer Touristenreisen nach Spitzbergen
  • sein Tagebuch über die Expedition befindet sich im Stadtarchiv Wismar


Canow, Carl


Buch
© Presse, Hansestadt Wismar 
Grabplatte des Porträtmalers Carl Georg Nicolaus Canow
© Presse, Hansestadt Wismar 
Maler
geboren am 09.01.1814 in Wismar, gestorben am 30.10.1870 in Wismar,
Vater: Schuster

  • erster Zeichenunterricht bei Malermeister Meese in Wismar
  • 1831 Abschluss der Lehre bei Maler Carlsburg in Neubukow
  • danach Schüler hei Ernst Düberg in Wismar
  • 1837 Atelierschüler bei Prof. Herbig in Berlin
  • 1838-I840 Berliner Akademie der Künste
  • 1840 Rückkehr nach Wismar
  • malte Porträts, vor allem bekannter Persönlichkeiten aus Wismar, wie den Bürgermeister Gabriel Christoph Lembke oder die Frau Paepke
  • Selbstporträt, Porträt seiner Eltern
  • malt später auch Genrebilder
  • Altarbild für die mecklenburgischen Kirchen in Walkendorf bei Tessin und Camin
  • 1870 setzte eine plötzliche Geistesverwirrung ein und er erhängte sich auf der Feldmark bei Wismar
  • gehörte zu den Meistern der mecklenburgischen Porträtkunst des vorigen Jahrhunderts


Dahlmann, Friedrich Christoph


Prof. Dahlmann
© Presse, Hansestadt Wismar 
Historiker, Politiker
geboren am 13.05.1785 in Wismar, gestorben am 05.12.1860 in Bonn
Vater: Johann Christian Ehrenfried Dahlmann, Bürgermeister

  • besuchte die Schule in Wismar
  • studierte in Kopenhagen, Halle und Wittenberg
  • wurde 1813 Professor für Geschichte in Kiel
  • Sekretär der Schleswig-Holsteinischen Prälaten und Ritterschaft
  • 1829 Professor für Staatswissenschaften in Göttingen
  • wird 1837 als einer der Göttinger Sieben seines Amtes enthoben
  • 1842 - 1860 Universitätsprofessor in Bonn
  • 1848 Vertrauensmann Preußens beim Bundestag
  • ihn verbindet enge Freundschaft mit Heinrich von Kleist


Dubois, Heinz


Maler
geboren am 06.08.1914 in Schwirgsten (Ostpreußen), gestorben am 30.05.1966 in Wismar

  • 1928 - 1932 Musikerlehre
  • bis 1943 in einer Militärkapelle in Königsberg beschäftigt
  • 1941 - 1942 Gastschüler an der Akademie der Künste Königsberg
  • 1944 - 1945 Soldat
  • kam 1945 nach Schwerin
  • 1949 -1952 Dozent an der Fachschule für angewandte Kunst Wismar, später Heiligendamm
  • 1950 -1952 Meisterschüler der Akademie der Künste Berlin
  • 1961 Übersiedlung nach Hoben bei Wismar
  • seit 1946 Mitglied des Verbandes Bildender Künstler und zeitweise dessen Vorsitzender
  • 1957 Fritz-Reuter-Kunstpreis
  • malte Landschaften, Stilleben und Porträts


Düberg, (Johann Christian) Peter


Jurist
geboren am 16.02.1806 in Wismar, gestorben am 12.01.1873 in Wismar
Vater: Kaufmann

  • war Advokat und Notar
  • ist auch als Politiker hervorgetreten
  • Herausgeber des »Handbuch für  den gesamten schriftlichen Verkehr des Mecklenburgers im privaten- und im öffentlichen Lebens
  • fertigte ein chronologisches und systematisches Inhaltsverzeichnis zum Regierungsblatt für das Großherzogtum Schwerin 1857-1866 an
  • gab die »Mecklenburgischen Ausführungsverordnungen zu den "Reichsjustizgesetzen mit Anmerkungen und Registern heraus« (1879) 


Frege, Friedrich Ludwig Gottlob


Frege
© Presse, Hansestadt Wismar 
Logiker
geboren am 08.11.1848 in Wismar, gestorben am 26.07.1925 in Bad Kleinen
Vater: Leiter einer privaten Mädchenschule
   

  • bis 1869 an der Großen Stadtschule in Wismar
  • Mathematikstudium in Jena und Göttingen
  • in Göttingen promoviert und in Jena habilitiert
  • 1874-1879 Privatdozent
  • 1879 Titularprofessor
  • 1896 ordentlicher Honorarprofessor in Jena bis zu seiner Emeritierung 1918
  • kehrte in seine mecklenburgische Heimat zurück und wohnte und arbeitete bis zu seinem Tode in Bad Kleinen
  • 1884 »Die Grundlagen der Arithmetik«
  • 1893 und 1903 2 Bände »Grundgesetze der Arithmetik«


Gildemeister, Karl


Plattdeutscher Dichter
geboren am 17.06.1857 in Wendorf bei Wismar, gestorben am 22.01.1936 in Wendorf
Vater: Dorfschulze

  • entstammt einer alteingesessenen mecklenburgischen Familie
  • besuchte die Dorfschule und anschließend die Realschule Wismar
  • schloss eine Landwirtschaftslehre ab
  • wurde 1888 Dorfschulze in Vor Wendorf und Erbpächter nach des Vaters Tod
  • hatte bereits 1881 »Plattdütsche Gedichte« geschrieben
  • es folgen:
    • 1894 »Tafel-Lieder«
    • 1895 »Jochen Frank«
    • 1896 »Fiken Bolt«
    • 1896 und 1900»Ketelbeuters« Bd. 1 und 2
    • 1903»Dörpschult un Senater« (unvollendeter Roman)
  • in den Jahren 1926-1930 brachte er 3 Hefte »Eddelplattdütsch - stimmungsvulle Gedichte för Gemeutsminschen« heraus


Hasse, Sella


Buch_Sella Hasse_Oelbilder
© Presse, Hansestadt Wismar 
Grabstelle von Sella Hasse auf dem Wismarer Friedhof
© Presse, Hansestadt Wismar 
Malerin
geboren am 12.02.1878 in Bitterfeld, gestorben am 27.04.1963 in Berlin

  • begann 1896 an der Berliner Akademie bei Franz Skarbina, Walter Leistikow und Lovis Corinth zu studieren
  • begegnete 1902 Käthe Kollwitz, mit der sie ein Leben lang freundschaftlich verbunden blieb
  • 1904-1910 in Hamburg ansässig
  • lebte von 1910-1930 in Wismar, wo ihr Mann als Dozent an die damalige Ingenieurakademie berufen wurde
  • seit 1912 Mitglied des Deutschen Künstlerbundes
  • von 1930-1963 mit Unterbrechungen wohnhaft in Berlin
  • 1937 wurden ihre Bilder als entartete Kunst verfehmt und 15 Werke beschlagnahmt
  • von 1943-1945 hielt sie sich im Elsaß auf
  • gestaltete vor allem den arbeitenden Menschen und seine Umwelt
  • schuf Städtelandschaften
  • arbeitete auch im Linol- und Holzschnitt und in der Gebrauchsgrafik


Haupt, Anton Johann Friedrich


Anton Johann Friedrich Haupt
© Presse, Hansestadt Wismar 
Grabkreuz des Bürgermeisters A.J.F. Haupt
© Presse, Hansestadt Wismar 
Jurist, Bürgermeister
geboren am 18.09.1800 in Wismar, gestorben am 22.11.1835 in Wismar
Vater: Rechtsgelehrter

  • legte an der Großen Stadtschule Wismar 1817 die Reifeprüfung ab
  • nahm das Jurastudium in Jena auf
  • schloss  sich dort den Burschenschaftern an und nahm am Wartburgfest 1817 teil
  • wechselte 1819 an die Universität Bonn wurde dort wegen seiner Zugehörigkeit zur fortschrittlichen Studentenbewegung verhaftet
  • nach Beendigung des Studiums wurde er in Wismar Rechtsanwalt
  • schrieb bereits 1822 »Über die Idee eines neuen Gesetzbuches für Mecklenburg«
  • wurde 1823 Ratsmitglied und der Vorsitzende des Direktoriums des Nieder- und Waisengerichts
  • 1826 zum Bürgermeister von Wismar gewählt
  • schuf 1827 eine neue Armenordnung, machte Reformvorschläge zur Errichtung eines ersten städtischen Krankenhauses und der Verlegung des Friedhofs außerhalb der Stadt angesichts der drohenden Choleraepidemie
  • von ihm wurde die städtische Gesetzgebung und Ordnung verbessert
  • reformierte die Kämmereiverwaltung
  • begründete 1832 das Hebungsdepartment
  • forderte 1835 die Pressefreiheit für das feudale reaktionäre Mecklenburg
  • war außerdem Direktor des städtischen Obergerichts, des Ehegerichts, der Ersparnisanstalt und des Stadtbuchwesens

175. Geburtstag von Anton Haupt - ein verdienstvoller Bürgermeister von Wismar



Mevius, David


David Mevius
© Presse, Hansestadt Wismar 
Jurist
geboren am 06.12.1609 in Greifswald, gestorben am 14.08.1670 in
Greifswald, begraben in Wismar

  • 1635 außerordentliche Professor in Greifswald
  • 1636 ordentlicher Professor
  • 1638-1653 Syndikus der Stadt Stralsund
  • 1653-1670 Vizepräsident und Gründungsdirektor des Wismarer Tribunals, das er zu einem europäischen Modellgerichtshof entwickelte
  • Verfasser eines ersten wissenschaftlichen Kommentars des Lübischen Rechts sowie eines Mecklenburgischen Landrechts, das nicht umgesetzt wurde.
  • Herausgeber der Entscheidungen („Decisionen“) des Wismarer Tribunals
  • sein Epitaph hängt in St. Nikolai, Wismar


Morhof, Daniel Georg


Polyhistor, Philologe, Dichter, Bibliothekar
geboren am 06.02.1639 in Wismar, gestorben am 30.07.1691 in Lübeck
Vater: Notar
                            

  • 1655-1657 Wismarer Gelehrtenschule und Pädagogium Stettin
  • 1657 Studium der Rechte, Medizin und neuen Sprachen in Rostock
  • bereits mit 21 Jahren 1659 zum Professor der Poesie in Rostock ernannt
  • 1665 Professor der Eloquenz und Poesie in Kiel
  • 1680 Leiter der Kieler Universitätsbibliothek, gab als erster Deutscher eine umfassende Geschichte der Weltliteratur heraus
  • wurde der »Vater der deutschen Literaturgeschichte« genannt
  • veröffentlichte Schriften zur Poetik, lateinische und deutsche Gedichte und das Bildungswerk »Polyhistor«
  • erlangte als Wissenschaftler internationale Bedeutung


Podeus, Heinrich


Heinrich Podeus
© Presse, Hansestadt Wismar 
Podeus - Truhe im Technischem Landesmuseum
© Presse, Hansestadt Wismar 
Kapitän, Kaufmann, Industrieller
geboren am 09.11.1832 in Warnemünde, gestorben am 21.07.1905 in Wismar

  • wird bereits mit 26 Jahren Kapitän
  • gibt 1858 sein erstes Schiff in Auftrag bei einem Rostocker Schiffbaumeister
  • führte seine Bark »Hans Georg« 13 Jahre lang auf Frachttouren
  • 1870 Niederlassung in Wismar als Kohlenimporteur, später als Holzgroßhändler, Dampfschiffsreeder und Industrieunternehmer
  • übernahm 1879 die Crullsche Eisengießerei
  • schuf eine Abteilung zum Bau von landwirtschaftlichen Maschinen
  • richtete einen Produktionsbereich für den Bau von Schiffshilfsmaschinen ein
  • gründete 1894 eine Waggonfabrik
  • baute 1906 eine Automobilabteilung auf
  • 1932 erfolgte die Schließung des Betriebes
  • war 1885 zum Kommerzienrat, 1895 zum Geheimen Kommerzienrat ernannt worden
  • 1891 Berufung zum Landeseisenbahnrat
  • 1892 Mitbegründer des Wismarer Kanalbauvereins
  • 1894 zum Ältesten in der Wismarer Kaufmannskompagnie gewählt und deren Vorsitzender
  • Britischer Konsularagent in Wismar
  • Aufsichtsratmitglied der Wismarer Vereinsbank AG
  • Mitglied des Seeamtes und des Bürgerausschusses

Schabbell, Hinrich

Museum Schabbellhaus
© Presse, Hansestadt Wismar 

Brauer, Ratsherr, Bürgermeister
gestorben am 30.12.1600 in Wismar

seit 1565 Ratsherr, ab 1579 Bürgermeister, erwarb in Wismar mehrere an der Grube gelegene Grundstücke
  • errichtete 1569 ein großes Brauhaus an der Schweinsbrücke, das sogenannte Schabbellhaus
  • betrieb neben der Brauerei  auch andere Handelsgeschäfte
  • ihm wurden Vorwürfe der Unterschlagung städtischer Gelder gemacht
  • lieferte den Entwurf einer Armen- und Hochzeitsordnung
  • sein Grabstein und Epitaph mit Porträt (1605) befinden sich in der Nikolai-Kirche Wismar
  • das Schabbellhaus blieb bis ins 18. Jahrhundert im Besitz der Familie, wurde bis ins 20.Jahrhundert als Brauhaus genutzt, ab 1921 im städtischen Besitz, seit 1934 städtisches Museum

Sievers, Johann Heinrich

Buchhändler, Publizist
geboren am 17.05.1811 in Lübeck, gestorben 1876 in Bern
Vater: Pächter

  • seit 1845 Buchhändler in Wismar
  • 1849 - 1850 Herausgeber der »Mecklenburgischen  Dorfzeitung«, einem revolutionär-demokratischen Blatt
  • 1850 in einem Hochverrats- und Majestätsbeleidigungsprozess zu längerer Freiheitsstrafe verurteilt
  • Emigration nach England
  • 1860 nach Verlust seines gesamten Vermögens wieder in Mecklenburg
  • Verbüßung der Freiheitsstrafe in Bützow-Dreibergen
  • 1861 Mitarbeit am »Leipziger Journal« Verfasser von politischen Zeitgedichten

Techen, Friedrich

Archivar, Historiker
geboren am 12.06.1859 in Wismar, gestorben am 30.03.1936 in Wandsbeck
Vater: Buchbinder
Bruder: Ludwig Techen, Lehrer

  • Besuch des Gymnasiums der Großen Stadtschule Wismar
  • Studium der alten Sprachen, Geschichte und Germanistik an den Universitäten Tübingen, München, Leipzig und Göttingen
  • 1886 in Göttingen promoviert
  • Lehrtätigkeit in Schwerin und Doberan
  • seit 1889 ohne feste Stellung
  • ab 1902 als Nachfolger von Friedrich Crull am Ratsarchiv Wismar
  • 1904-1930 Ratsarchivar
  • fertigte die Sachregister des Mecklenburgischen Urkundenbuches und des Urkundenbuchs der Stadt Lübeck an und arbeitete am 2. Band der Kunst- und Geschichtsdenkmäler von Schlie mit
  • Historiker der Stadt Wismar mit mehr als 70 Veröffentlichungen zur Geschichte der Stadt, z.B.
    • »Die Bürgersprache der Stadt Wismar« (1906)
    • »Flurnamen der Stadtfeldmark Wismar« (1912/13)
    • »Das Brauwerk in Wismar« (1915)
    • sein Hauptwerk zur 700-Jahr-Feier »Geschichte der Seestadt Wismar« (1929)
  • 1927 zum Archivrat befördert, Ehrenmitglied des Vereins für mecklenburgische Geschichte und des Vereins für Lübeckische Geschichte
  • gehörte dem Vorstand des Hansischen Geschichtsvereins an, korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft der Wissenschaften in Göttingen

Willgeroth, Gustav

Heimat- und Familienforscher
geboren am 11.11.1865 in Wismar, gestorben am 15.03.1937 in Wismar
Vater: Kaufmann

  • die Familie stammte aus Braunschweig und war seit Ende des 18. Jahrhunderts in Wismar ansässig
  • besuchte die Große Stadtschule Wismar
  • 1886 - 1889 Theologiestudium in Rostock und Erlangen ohne akademischen Abschluss
  • wandte sich der Journalistik zu
  • gründete I893 in Wismar eine Zeitung, die er aber bald wieder aufgab
  • 1893-1906 Besitzer der Buchdruckerei Willgeroth & Menzel in Wismar
  • ab 1897 erschienen dort die »Lyrischen Blätter«
  • 1898 veröffentlichte er auch einen Band eigener Gedichte
  • war nicht sehr erfolgreich und gab 1906 Druckerei und Verlag auf
  • wurde Vorsteher des Vorschussvereins der Filiale der Rostocker Bank in Wismar
  • war 1928-1936 Leiter des Kirchensteueramtes Wismar
  • betrieb intensive Forschungen zur Regional- und Familiengeschichte
  • 1924 ff »Die MeckIenburg-Schwerinschen Pfarren“
  • 1929 »Die mecklenburgischen Ärzte« 1932 »Beiträge zur Wismarer Familienkunde«
  • 1934 »Poeler Familienkunde« in den Jahrbüchern
  • 1934 und 1935 »Die Lehrer der Großen Stadtschule Wismar«
  • als jahrelanger Mitarbeiter des Ratsarchivs fertigte er Register zu den familienkundlichen Beständen des Archivs an
  • 1898 "Geschichte der Stadt Wismar«  Teil 1 bis Mitte des 14. Jahrhunderts
  • 1903 »Bilder aus Wismars Vergangenheit«
  • 1911 »Notizen zur Geschichte Wismars«