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Svensk glaskonst

17. August  bis 5. Oktober 2003

Zu einem der kulturellen Höhepunkt des Schwedenfestes 2003 zählte die Sonderausstellung "Svensk Glaskonst", die in Kooperation mit dem Smålandsmuseum in Växjö, dem führenden schwedischen Museum für Glaskunst und Kunstglas, zusammengestellt wurde.

Die Exposition mit mehr als 100 Glasobjekten bot einen Überblick über die schwedische Glaskunst der letzten hundert Jahre.

Im 20. Jahrhundert hat sich das schwedische Glas mit seinen phantasievollen Glasobjekten und schön gestalteten Gebrauchsgegenständen einen Namen gemacht.

Der größte Teil dieser Produkte kommt aus der Region Småland, die wegen der Vielzahl ihrer Glashütten auch unter dem Namen „Glasreich“ bekannt ist.

Im Jahre 1900 gab es etwa 40 Glashütten in Småland. 2003 befanden sich 13 der insgesamt 14 schwedischen Glashütten in dieser Provinz.

Seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts arbeiten Künstler in den schwedischen Glashütten an der Gestaltung des schwedischen Glasdesigns.

Seit den 1970er Jahren gibt die Studioglasbewegung, in der die Künstler in eigenen Ateliers ihre Entwürfe verwirklichen, immer neue Impulse und Inspirationen.

Seinen internationalen Durchbruch erlangte das schwedische Glas auf der Weltausstellung in Paris 1925. „Swedish Grace“ wurde zum Stilbegriff für graziöses, graviertes Glas z. B. von Simon Gate und Edward Hald, einem Schüler von Henri Matisse.

In den 1930er Jahren bestimmte die Funktionalität die Form der Glasgefäße. Glas als Material bekam einen neuen Selbstwert, während aufwändige Motive immer mehr verschwanden.

Stets prägten die aktuellen Kunstströmungen die zeitgenössischen Werke: So ließen sich die Glaskünstler in den 1960er Jahren von der Pop-Art inspirieren, in den 1990ern finden sich auch Comic-Motive. Poetische und träumerische Formen und Motive, die auf Märchen und Sagen zurückgreifen, standen Glasobjekten gegenüber, in denen das reine Kristall mit Nägeln, Draht und Stanniolpapier verunreinigt wurde. Farbenprächtige Glasware in asymmetrischen, schwungvollen Formen von Gunnel Sahlin oder schwere, sandgestrahlte Glasplastiken in Form länglicher Kajaks von Bertil Vallien oder die gravierten Tierplastiken von Mats Jonasson, die internationalen Ruhm erlangten, zeigten die Vielfalt der zeitgenössischen Glaskunst.
Die Glasobjekte kamen zum größten Teil aus dem Smålandsmuseum. Außerdem hatten die Museen in Orrefors und Kosta, das Östergötlands Länsmuseum in Linköping, Länsförsäkring Kronoberg, Knutsson Art and Antiques in Vänersborg und einige private Sammler Exponate zur Verfügung gestellt.

Neben der wissenschaftlichen Recherche, der Auswahl der Objekte sowie der Ausstellungsgestaltung machte vor allem die Organisation der Transporte, die Logistik und vor allem die Versicherung der ebenso empfindlichen wie kostbaren Objekte die Ausstellung in der Vorbereitungszeit zu einem aufwändigen binationalen Unternehmen, das mit Förderung des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Bürgerstiftung der Hansestadt Wismar realisiert wurde.

Zur Ausstellung erschien ein Begleitheft, das in der Beguinenstraße 4 bei der Museumsverwaltung zu erwerben ist.