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Wismarer Geschichte(n) von Störtebeker bis Dornier - ein Rundgang durch 800 Jahre Stadtgeschichte

05. Mai 2006 bis 2010

Viele Mythen sind über den legendären Seeräuber Klaus Störtebeker bekannt - doch in Wismar sind seine Spuren sicher nachzuweisen: Im Wismarer Gerichtsbuch ist er erstmals namentlich erwähnt. Der Ausstellungsabschnitt zum mittelalterlichen Wismar zeigte, in was für einer Stadt Störtebeker lebte, womit die Kaufleute ihr Geld verdienten, welche Spuren die Wismarer hinterließen.

"Der Stadt Nahrung beruht auf dem Brauwerk", schrieb der Wismarer Rat 1587. Prächtige Gebäude und deren wertvolles Inventar zeugen heute noch vom Reichtum der Wismarer Bürger im 16. Jahrhundert. Renaissance und Reformation sorgten für tiefgreifende Umbrüche in der städtischen Gesellschaft. Hinter der prachtvollen Fassade bürgerlichen Wohlstandes gewann der mecklenburgische Herzog als Landesfürst mehr und mehr Einfluss auf das Schicksal Wismars.

Mit dem Einzug schwedischer Truppen 1632 begann die Wismarer Schwedenzeit. Als schwedische Besitzung wurde Wismar im 17./18. Jahrhundert immer wieder in die Auseinandersetzungen zwischen Schweden, Dänemark und den deutschen Ländern einbezogen. Schweden baute die Stadt zu einer der stärksten Festungen in Nordeuropa aus. Im zivilen Leben veränderte vor allem die Einrichtung des Königlich Hohen Tribunals die Stadt. Die zahlreichen Unterlagen dieses internationalen Gerichts liefern heute wertvolles Material zu Wirtschafts-, Sozial- und Kulturgeschichte Wismars.
Der Malmöer Pfandvertrag von 1803 regelte die Rückgabe Wismars von Schweden an Mecklenburg, erst seit 1903 gehört die Stadt wieder uneingeschränkt zu Mecklenburg.

Ob Bahnanschluss oder Theaterbau, Fritz-Reuter-Ehrung oder Museumsgründung: Augenzeuge und Mitgestalter des städtischen Lebens im 19. Jahrhundert innerhalb der Stadtmauern war der Wismarer Maler Carl Canow (1814 - 1870). Zu denen, die in diesen auch von Auswanderung geprägten Jahrzehnten Wismar verließen, gehörten Carl, Mathilde und Auguste Möglin, drei Wismarer Geschwister, die 1859 bzw. 1881 nach Australien auswanderten und mit dem auf den Goldfeldern Victorias gewonnenen Reichtum u.a. eine ethnologische Sammlung zusammentrugen, die sie 1903 ihrer Heimatstadt schenkten. Die so genannte Möglinsche Sammlung umfasst neben asiatischen Porzellanen, Bronzen und Skulpturen auch australische und neuseeländische Gemälde.
Der Wandel Wismars zur Industriestadt ist untrennbar verknüpft mit dem Fahrzeugbau in den Ende des 19. Jahrhunderts gegründeten Podeus´schen Werken, dem von Rüstungsaufträgen dominierten Flugzeugbau durch den Dornier-Nordkonzern, dessen Zentrale von 1933 bis 1945 in Wismar angesiedelt war, sowie dem Schiffbau auf der Mathias-Thesen-Werft ab 1946.