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Wer ein Unternehmen eröffnet, muss das Unternehmen beim zuständigen Unfallversicherungsträger anmelden. Nach dem Gesetz sind die gewerblichen Berufsgenossenschaften für alle Betriebe, Einrichtungen und Freiberufler zuständig, soweit sich nicht eine Zuständigkeit der landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften oder der Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand ergibt. Für Existenzgründer ist also meistens eine gewerbliche Berufsgenossenschaft zuständig.

Der Unternehmer oder Freiberufler selbst ist in der Regel nicht kraft Satzung oder Gesetzes versichert, jeder Unternehmer kann sich aber freiwillig gegen die Folgen von Arbeits- und Wegeunfällen bei seiner Berufsgenossenschaft versichern. Beschäftigte sind von Beginn des Unternehmens an kraft Gesetzes versichert. Für sie müssen deshalb im Rahmen des DEÜV-Verfahrens Meldungen zur Sozialversicherung erfolgen. Die dafür erforderlichen Daten der Unfallversicherung erhalten Unternehmer von ihrem Unfallversicherungsträger nach der Anmeldung.

Die gewerblichen Berufsgenossenschaften sind nach Branchen gegliedert. Zuständig für ein Unternehmen ist diejenige, die der Hauptbranche des Unternehmens und somit dem Schwerpunkt der Tätigkeit entspricht. Wichtig: Für ein Unternehmen ist immer nur ein Unfallversicherungsträger zuständig, auch wenn das Unternehmen unterschiedliche Bestandteile hat.

Die gewerblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallversicherungsträger der öffentlichen Hand haben den gesetzlichen Auftrag, Arbeits- und Schulunfälle sowie Berufskrankheiten und arbeitsbedingte Gesundheitsgefahren zu verhüten und nach Eintritt eines Versicherungsfalles den Verletzten, seine Angehörigen oder Hinterbliebenen zu entschädigen. Sie übernehmen die Kosten für die medizinische, soziale und berufliche Rehabilitation, koordinieren die Rehabilitation, zahlen Verletztengeld für die Dauer der Arbeitsunfähigkeit und zahlen bei bleibenden Unfallfolgen oder im Todesfall eine Rente.

Formen der Mitgliedschaft:

Versichert kraft Gesetzes sind die in einem Beschäftigungsverhältnis stehenden Mitarbeiter des Unternehmens. Einige wenige Gruppen von Unternehmern sind kraft Gesetzes, also ohne Antragstellung, in der gesetzlichen Unfallversicherung versichert. Dazu gehören unter anderem Personen, die selbstständig im Gesundheitsdienst oder in der Wohlfahrtspflege tätig sind, z. B. Hebammen, Physiotherapeuten und Logopäden. Auch Hausgewerbetreibende oder Selbstständige in der Landwirtschaft sind kraft Gesetzes versichert.
Darüber hinaus sehen verschiedene Unfallversicherungsträger in ihrer Satzung eine Versicherung für bestimmte Gruppen von Unternehmern wegen ihrer besonderen Gefährdung vor.

Freiwillige Versicherung: Für nicht kraft Gesetzes oder kraft Satzung versicherte Personen besteht die Möglichkeit, sich freiwillig zu versichern. Hierzu zählen insbesondere die Unternehmer und Unternehmerinnen sowie deren Ehepartner.
Die Möglichkeit einer freiwilligen Versicherung besteht außerdem für

  • Gesellschafter / Geschäftsführer einer GmbH
  • Kommanditisten einer KG
  • Vorstandsmitglieder einer AG.

In Mecklenburg-Vorpommern gilt folgende Besonderheit:
Für den Bereich der Unternehmen der öffentlichen Hand und für Personen, die im Interesse des Gemeinwohls (unter anderem Blutspender, Ehrenamtliche) tätig sind sowie insbesondere für Schüler, Studierende und Kinder in Kindertagesstätten ist die Unfallkasse Mecklenburg-Vorpommern (Wismarsche Straße 199, 19053 Schwerin) der für den kommunalen und den Landesbereich zuständige Unfallversicherungsträger. Auch für Unternehmen, die in selbstständiger Rechtsform betrieben werden und an denen das Land, Gemeinden oder Gemeindeverbände unmittelbar oder mittelbar überwiegend beteiligt sind oder auf deren Organe die genannten Körperschaften einen ausschlaggebenden Einfluss haben, ist diese Unfallkasse zuständig.