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Der Kinderfreibetrag und Freibetrag für den Betreuungs- und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf sind steuerliche Freibeträge für Kinder. Hiermit sollen Bürger mit Kindern gegenüber kinderlosen Bürgern mit gleichem Einkommen steuerlich entlastet werden.

Der Kinderfreibetrag für das sog. sächliche Existenzminimum beträgt derzeit 4.608 Euro (2.304 Euro je Elternteil) jährlich. Hinzu kommt noch der Freibetrag für Betreuungs-, und Erziehungs- oder Ausbildungsbedarf von gegenwärtig 2.640 Euro jährlich (1.320 Euro je Elternteil). Insgesamt ergeben sich damit 7.248 Euro (3.624 Euro je Elternteil) je Kalenderjahr.

Diese Freibeträge werden grundsätzlich jeweils zur Hälfte auf die beiden Elternteile aufgeteilt (Halbteilungsgrundsatz). Über Ausnahmen von dem Halbteilungsgrundsatz und Übertragungsmöglichkeiten können Sie sich in Ihrem Wohnsitzfinanzamt informieren und ggf. einen entsprechenden Antrag stellen.

Soweit die Abzugsvoraussetzungen nicht während des ganzen Kalenderjahres erfüllt sind, werden die Freibeträge zeitanteilig gewährt.

Die Freibeträge für Kinder wirken sich allerdings nicht auf die Höhe der monatlichen Lohnsteuer, jedoch auf die Höhe des Solidaritätszuschlags und ggf. der Kirchensteuer aus.

Nicht zu verwechseln sind diese Freibeträge mit dem Kindergeld. Als steuerliche Entlastung wird ab der Geburt des Kindes monatlich Kindergeld gezahlt.

Bei einer Veranlagung zur Einkommensteuer wird von Amts wegen geprüft, ob anstelle des für das Veranlagungsjahr monatlich tatsächlich gezahlten Kindergeldes der Abzug der Freibeträge für Kinder steuerlich günstiger ist. Die Veranlagung zur Einkommensteuer wird deshalb mit einer Berücksichtigung der Freibeträge für Kinder unter Verrechnung des gezahlten Kindergeldes durchgeführt.

Dabei wirkt sich die Berücksichtigung der Freibeträge für Kinder nur in den Fällen aus, in denen das gezahlte Kindergeld die verfassungsrechtlich gebotene Freistellung der zwangsläufigen Unterhaltsaufwendungen für das Kind nicht gewährleisten kann. Das ist der Fall, wenn sich durch die Berücksichtigung der Freibeträge für Kinder bei der Veranlagung zur Einkommensteuer aufgrund der Höhe des zu versteuernden Einkommens eine höhere Steuerentlastung für den Steuerpflichtigen ergibt als durch das tatsächlich gezahlte Kindergeld bislang erreicht wurde.

Anderenfalls verbleibt es beim gezahlten Kindergeld.