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Ausstellungsgebäude

Geschichte und Bewohner im 16. Jahrhundert

Das imposante Schabbellhaus ist nach seinem Bauherrn benannt, dem Bierbrauer und Kaufmann, Ratsherrn und späteren Bürgermeister Heinrich Schabbell, der im 16. Jahrhundert zu den einflussreichsten Kaufleuten Wismars zählte: Als Brauer verschiffte er sein Bier bis Spanien, als Bürgermeister verhandelte er mit den mecklenburgischen Herzögen u.a. über  Stadtrechte, als Bauherr des Schabbellhauses führte er neue Bauformen in der Stadt ein.
"Der Stadt zur Zierde und Ehre" diene sein neues Brauhaus an der Frischen Grube, schrieb Schabbell später über sein Haus, das er ab 1569 nach Plänen des Utrechter Baumeisters Philipp Brandin errichten ließ.

Die Straßenfassaden des Schabbellhauses zeigen eine reiche Sandsteindekoration, die sich wirkungsvoll von dem Ziegelmauerwerk abhebt. Diese Materialkomposition aus Sandstein und Backstein stammt aus den Niederlanden und verbreitete sich im 16. Jahrhundert von dort über ganz Nordeuropa. Das Schabbellhaus ist der erste Bau im Ostseegebiet, der diesen niederländischen Einfluss zeigt.

 

Die meisten großen Giebelhäuser in Wismar dienten gleichzeitig als Brauhäuser. Traditionellerweise bestanden diese Häuser aus einem zur Straße giebelständigen Haupthaus, das durch einen an der Rückfront angesetzten Seitenflügel erweitert wurde. Während das Haupthaus mit seinen Speichergeschossen überwiegend wirtschaftlich genutzt wurde, diente der Seitenflügel hauptsächlich als Wohnraum.

 

Schon in der Ausrichtung seines Hauses wird Schabbells hoher, repräsentativer Anspruch deutlich: Das Haupthaus des Schabbellhauses fügt sich nicht in die Reihe der Giebelhäuser an der Schweinsbrücke ein, sondern wendet seinen Giebel selbstbewusst der Nikolaikirche und dem früheren nördlichen Stadtausgang zu. Der Seitenflügel ist nicht wie sonst üblich als hofseitiger Anbau ausgeführt, sondern erstreckt sich als eigenständiger Baukörper entlang der Frischen Grube.

Das Schabbellhaus - Die Zukunft

In den Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen des Museums zeigt sich die Wertschätzung, die die Hansestadt Wismar ihrer eigenen Geschichte und Kultur sowie ihren Gästen und Einwohnern entgegenbringt.

Schon im 16. Jahrhundert bildeten das Schabbellhaus und das danebenliegende Giebelhaus, die Schweinsbrücke 6, einen gemeinsamen Komplex. Bei dem Gebäude Schweinsbrücke 6 handelt es sich um ein typisches hanseatisches Bürgerhaus mit Vorderhaus und Kemladen. Ausgehend von einem Kernbau aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts hat sich die für die Renaissance beispielhafte Erweiterung im Kemladen mit seiner reichen Ausmalung sowie die für das 19. Jahrhundert typische Überformung in den straßenseitigen Räumen in exemplarischer Weise erhalten.

Als Museumsstandort werden das Schabbellhaus und sein Nachbarhaus die einmalige Gelegenheit bieten,  sowohl den Normalfall als auch den Sonderfall eines hanseatischen Bürgerhauses vom Keller bis zum Dach im Original öffentlich zugänglich zu machen.

Eine denkmalgerechte Sanierung der beiden Gebäude wurde von der Hansestadt Wismar gründlich vorbereitet und mit der Aufnahme des Schabbellhauses in das Welterbeprogramm der Bundesregierung 2009 möglich. Die Bauarbeiten begannen im Sommer 2010 mit der statischen Sicherung der Gebäude.

Ab 2017 sollen das Schabbellhaus und das Nachbargebäude Schweinsbrücke 6 sowie die dazugehörigen Höfe dem Stadtgeschichtlichen Museum als Ausstellungs- und Veranstaltungsgebäude zur Verfügung stehen.

 

Kontakt

Stadtgeschichtliches Museum Wismar - Schabbellhaus -
Postanschrift:
zur Zeit wegen Sanierung geschlossen
Beguinenstraße 4
23966 Wismar
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Telefon: 03841 22 43-110
Fax: 03841 22 43-120
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